Solar-Pacht und Eigenverbrauch clever kombinieren: Doppelter Nutzen für Gewerbebetriebe
PachtCheck24 Redaktion · 10. April 2026
Wer ein Gewerbedach verpachtet, muss nicht auf den eigenen grünen Strom verzichten. Im Gegenteil: Das intelligenteste Modell kombiniert Pachteinnahmen mit vergünstigtem Eigenverbrauch. So sparen viele Gewerbebetriebe gleich doppelt.
Solar-Pacht und Eigenverbrauch clever kombinieren
Einer der häufigsten Einwände gegen die Verpachtung eines Gewerbedachs lautet: "Wenn ich mein Dach verpachte, kann ich den grünen Strom doch nicht selbst nutzen." Dieser Einwand beruht auf einem Missverständnis – und er hat in den letzten Jahren hunderte Gewerbetreibende davon abgehalten, eine Chance zu ergreifen, die tatsächlich doppelten Nutzen bringt: Pachteinnahmen UND vergünstigten Eigenverbrauch.
Dieser Artikel erklärt, wie die Kombination technisch und vertraglich funktioniert, welche Gewerbebranchen am meisten profitieren und was Sie bei der Vertragsverhandlung beachten sollten.
Das Missverständnis aufräumen
Heute, 2026, bieten moderne Vertragsmodelle eine Direktlieferung an: Ein Teil des vom Dach erzeugten Stroms wird direkt ins Gebäude unterhalb geleitet – und Sie erhalten diesen Strom zu deutlich unter dem Netzstrompreis geliefert.
Das ist ein Win-win-Konstrukt:
- Sie sparen bei den Stromkosten (Eigenverbrauch zu Vorzugs-Konditionen)
- Sie erhalten weiterhin Pacht für die Dachfläche
- Der Betreiber verdient an beiden Strom-Strömen
So funktioniert es technisch
Die PV-Anlage wird so gebaut, dass der erzeugte Strom zunächst dem Gebäude angeboten wird (behind the meter). Was Sie gerade brauchen, fließt direkt in Ihre Produktion, Ihre Beleuchtung, Ihre Kühlung. Was übrig bleibt, wird ins Netz eingespeist.
Die rechtliche Grundlage ist ein sogenanntes Power Purchase Agreement (PPA) oder ein Direktlieferungs-Vertrag nach EEG.
Wie groß ist die Einsparung konkret? Die aktuellen Zahlen
Gewerbestrompreis Oktober 2025
Laut offizieller BDEW-Strompreisanalyse Oktober 2025 liegen die Gewerbestrompreise bei:
- 17,8 ct/kWh für kleine und mittlere Industrie (Jahresverbrauch 160.000 – 20.000.000 kWh)
- 25 – 35 ct/kWh für kleine Gewerbetreibende (unter 100.000 kWh/Jahr)
Der PPA-Preis aus einer Dach-PV-Anlage
Typische Direktlieferungs-Konditionen liegen im Korridor 8 bis 14 ct/kWh – langfristig vertraglich fixiert über 15-20 Jahre. Das ist ein Rabatt von 10 bis 30 Prozent gegenüber dem aktuellen Netzbezug.
Warum ist der Unterschied so groß?
Bei physischer Direktlieferung vom Dach ins Gebäude (behind the meter) entfallen:
- Netzentgelte (5-8 ct/kWh)
- Konzessionsabgabe (ca. 1-2 ct/kWh)
- KWKG-Umlage, Offshore-Haftungsumlage, §19-StromNEV-Umlage (zusammen ca. 1-2 ct/kWh)
Steuerliche Lage 2025
- EEG-Umlage: Seit Juli 2022 dauerhaft auf 0 ct/kWh
- Stromsteuer: 2,05 ct/kWh Regelsatz, bei PV-Anlagen bis 2 MW Direktlieferung häufig steuerbefreit
- Umsatzsteuer: 19% regelbesteuert, für Gewerbekunden vorsteuerabzugsfähig
Welche Gewerbebetriebe profitieren am meisten?
Produktionsbetriebe mit Tagschichtbetrieb
Wenn Ihre Produktion vor allem tagsüber läuft, decken Sie sich genau dann mit Solarstrom ein, wenn er am stärksten produziert wird.
Lagerhallen mit Kühlung
Gekühlte Lager (Lebensmittel, Pharma, Logistik-Zentren) haben konstanten Strombedarf.
Werkstätten und Autohäuser
Hebebühnen, Druckluft-Kompressoren, Beleuchtung und e-Mobility-Ladepunkte.
Büro- und Verwaltungsgebäude
Klimaanlagen, Server, EDV, Beleuchtung.
Gewerbe-Immobilien mit E-Mobility-Flotte
Wer firmeneigene E-Autos lädt, profitiert besonders.
Was Sie bei der Vertragsverhandlung beachten sollten
1. Preisindexierung
Der Direktlieferungs-Preis sollte sich langfristig am Marktpreis orientieren – mit einer Preisobergrenze zu Ihrem Schutz.
2. Mindestabnahme
Achten Sie darauf, keine Mindestabnahme-Verpflichtung einzugehen.
3. Ausweichklausel bei Betriebsaufgabe
Was passiert, wenn Sie Ihre Halle verkaufen oder den Betrieb einstellen?
4. Stromherkunft und Zertifikate
Wer hat die Nutzungsrechte an den Herkunftsnachweisen (HKN)?
5. Ausfall-Kompensation
Was passiert, wenn die Anlage ausfällt?
Nachhaltigkeit und CSRD-Bilanz
Seit 2024/2025 gilt die Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD) für größere Gewerbebetriebe. Der Direktbezug von grünem Solarstrom vom eigenen Dach wirkt sich direkt auf diese Bilanz aus:
- Scope 2 Emissionen sinken messbar
- Herkunftsnachweis-Kosten entfallen
- Nachhaltigkeitsbericht wird glaubwürdig mit konkreten kWh-Angaben unterlegt
Zusammenfassung: Doppelter Nutzen statt Kompromiss
Moderne Pachtmodelle bieten beides gleichzeitig. Für viele Gewerbebetriebe ist das die wirtschaftlich und strategisch beste Lösung – weil sie:
- Pachteinnahmen für die Dachfläche sichert
- Stromkosten-Einsparungen durch Direktlieferung realisiert
- Keine Eigeninvestition erfordert
- Nachhaltigkeits-Nachweise generiert
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Dieser Artikel wurde von der PachtCheck24-Redaktion verfasst. Strompreis-Angaben basieren auf der BDEW-Strompreisanalyse Oktober 2025.
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